Endlich wird offen darüber berichtet. Heute veröffentlicht das Handelsblatt einen Artikel: Aufgeblähte Umsätze
in dem auf einen seit einiger Zeit in der Branche verbreiteten Mißbrauch der Versichertenkollektive hingewiesen wird: mit interessanten Garantiesätzen wird das große Geschäft angelockt.
Versicherung ist immer eine Angelegenheit eines Kollektivs. Eine Versicherungsgesellschaft mit nur einem Versicherungsnehmer ist nicht denkbar. Einerseits teilt das Kollektiv das Risiko - vorzeitiger Tod bzw. Langlebigkeit - andererseits auch die Möglichkeit der lohnenden Kapitalanlage. Keinem Versicherungsnehmer wäre in einer anderen rechtlichen Konstellation der Zugang zu einem interessanten Ertrag möglich. Selbst Investmentfonds können das nicht bieten, die von den Banken und den Fondsverwaltern berechneten Kosten betragen ein Vielfaches von dem, was ein Versicherer berechnet. Garantiefonds haben keine der KLV vergleichbare Erfolgsgeschichte. Daß die Lebensversicherung in der Vergangenheit auch durch den Vertrieb mißbraucht wurde, ist kein negatives Merkmal des Produktes, sondern des Vertriebes. Und der ist auch heute für den Mißbrauch der vorteihaften Zinsen der Lebensversicherer zum großen Teil verantwortlich.
Ein Glück, daß es Versicherer gibt, die dieses Geschäft nicht betreiben.
Und den Versicherern, die dieses Geschäft betreiben, ist zu wünschen, daß sie ihre Bestände möglichst bald auf Protektor übertragen müssen. Die Versichertengemeiinschaft wird zu leiden haben. Offensichtlich ist aber vor einer Änderung des kollektiven Verhaltens ein Schock erforderlich.
Gute Chancen für neue Versicherer. Altlasten sind eben im wesentlichen Lasten!
Peter Arlau
Dienstag, 23. Februar 2010
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